“Hier komme ich so gerne zurück wie an keinen anderen Platz auf der Welt,“
sagt Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister von Bremen und der wohl
prominenteste Botschafter für nachbarschaftliches Wohnen in Deutschland.

 

Egal ob als genossenschaftliches Wohnprojekt, Mehrgenerationen-Wohnen, Nachbarschaftliches-Wohnen oder schlicht Hausgemeinschaft bezeichnet – alle treffen sich auf der Basis
mehr miteinander – als nebeneinander her“ in einer lebendigen Nachbarschaft zu wohnen.

Alle Projekte von MARO folgen diesem Leitgedanken und sind daher genossenschaftlich organisiert.
Die Mitglieder erwerben also kein Wohneigentum im klassischen Sinn, sondern zeichnen Genossenschafts-Anteile. Im Gegenzug erhalten sie ein Wohnrecht auf Lebenszeit und das zu einem langfristig niedrigen Mietniveau.

Bei MARO wird jeder Mieter auch gleichzeitig Mit-Eigentümer des Wohnprojekts. Dadurch entwickelt sich eine neue Sichtweise zum gemeinsam verwalteten Eigentum, der eigenen Wohnung und der Hausgemeinschaft. So ist das Wohnen von einem erfreulichen Miteinander anstatt der „Mieter gegen Vermieter“-Denkweise geprägt.

Ihre Fragen zu nachbarschaftlichem Wohnen

Für wen eignen sich nachbarschaftliche Wohnprojekte?

Forschungsprojekte belegen: Menschen in nachbarschaftlichen Wohnprojekten sind zufriedener, leben gesünder und erhalten ihre Selbständigkeit länger als in anonymen Nachbarschaften, Heimmodellen oder Projekten für betreutes Wohnen.

Das nachbarschaftliche Wohnen ist somit – unabhängig vom Alter - für alle geeignet, die Freude am nachbarschaftlichen Umgang miteinander haben, unabhängig von Lebenssituation, Bildungsgrad oder beruflichem Status. Bei MARO achten wir darauf, Interessenten zusammenzubringen, die Offenheit gegenüber anderen mitbringen, sowie die Bereitschaft sich aktiv für die Hausgemeinschaft zu engagieren. Egal ob im Garten, der Organisation von einer Hausfeier, gegenseitig auf Kinder aufpassen, für jemanden einkaufen – jeder kann etwas beitragen, um den Alltag in einer lebendigen Hausgemeinschaft zu bereichern.

Die Bewohnergemeinschaft entwickelt dabei im Laufe der Jahre eine ganz eigene „Bewohnerkultur“. Der Aufbau der Bewohner- oder Hausgemeinschaft ist deshalb eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Aufgabe eines Wohnprojektes. Je eher aus einzelnen Wohninteressierten eine Gemeinschaft entsteht, desto mehr kann diese Einfluss auf den Planungs- und Bauprozess nehmen. Gleichzeitig üben sich die zukünftigen Mieter darin, in wichtigen Fragen als Gruppe zu entscheiden – zum Beispiel bei der Gestaltung der Gemeinschaftsräume oder ob es ein Gäste-Apartment geben soll und wie diese mit Leben gefüllt werden. Anders als in Eigentümergemeinschaften haben bei uns alle Mieter das gleiche Stimmrecht.
Wir empfehlen allerdings sich möglichst frühzeitig mit den eigenen Wohnwünschen auseinander zu setzen und einen längeren Planungshorizont (ca. 2-5 Jahre) zu berücksichtigen.

Erhält jede Wohnpartei eine eigene Wohnung?

Ja, jeder Bewohner bzw. jede „Mietpartei“ wohnt in einer ganz normalen, vollständigen Wohnung mit eigener Küche, eigenem Wohnzimmer und eigenem Bad - selbstverständlich barrierefrei und kann diese nach eigenen Wünschen gestalten. Die Gemeinschaftsflächen sind als zusätzliche Räume gedacht, um sich zu treffen oder z.B. gemeinsame Veranstaltungen organisieren zu können.

Gibt es denn nicht dauernd Konflikte?

Wo Menschen zusammenkommen, treten gelegentlich Spannungen auf. Das ist in jedem Unternehmen, jedem Verein und in der eigenen Familie der Fall. Beim nachbarschaftlichen Wohnen gibt es nicht mehr Streit als in anderen Gemeinschaften auch. Der Unterschied: In unsere Wohnprojekte ziehen Menschen ein, die von vornherein am Zusammenwachsen und –bleiben der Gemeinschaft interessiert sind. So besteht ein gemeinsames Interesse daran, Unstimmigkeiten schnell und pragmatisch zu lösen.

In moderierten Treffen begleiten wir das Zusammenwachsen der Hausgemeinschaft in allen Abschnitten. Unsere Wohnkonzepten sollen aber auch die individuellen Bedürfnisse der Mieter angemessen berücksichtigen.

Kann man nur mitmachen, wenn man ein besonders sozialer Mensch ist?

Manche Menschen befürchten, dass von den Bewohnern nachbarschaftlicher Wohnprojekte ständiges Mitmachen und Geselligkeit erwartet werden. Wir bei MARO achten von Anfang an darauf, dass in dieser Hinsicht keine zu hohen gegenseitigen Erwartungen geschürt werden, denn Projekte mit überhöhten Erwartungen erleben häufig einen unruhigen Verlauf. Das Schlüsselwort lautet: „Jeder kann, keiner muss“. Weil es aber vielen Menschen leichter fällt, anderen zu helfen als um Hilfe zu bitten, müssen manche Bewohner in diesem Punkt offener werden und lernen, andere um einen kleineren oder größeren Gefallen zu bitten.

Muss ich helfen? Muss ich pflegebedürftige Bewohner pflegen?

Erfolgreiche Hausgemeinschaften leben von den kleinen Hilfen im Alltag, wie sie in einem guten Nachbarschaftsverhältnis üblich sind. Es kommt jedoch höchst selten vor, dass sich die Mitglieder laufend in die Pflege ihrer Mitbewohner einbringen. Bei chronischer Pflegebedürftigkeit organisieren die Betroffenen professionelle Hilfe vom ambulanten Dienst. In akuten Notfällen erleben wir jedoch häufig, dass Hausgemeinschaften gemeinsam Unterstützung organisieren z.B. wenn ein Nachbar gerade aus dem Krankenhaus zurückkehrt oder nicht einkaufen kann, weil er erkältet im Bett liegt.

Wie sind meine Chancen eine Wohnung zu bekommen?

Generell gilt, je früher sich Interessenten bewerben, desto größer sind die Chancen auf die Wunschwohnung und der Einfluss auf die Planung, wenn Sie z.B. gerne eine andere Raumaufteilung hätten.

Bei der Vergabe von Wohnungen gehen wir nach unseren Vergaberichtlinien vor. In einer Vergabesitzung werden alle Interessenten gesichtet und dann nach Kriterien geordnet. Die beiden wichtigsten Kriterien sind örtliche Verbundenheit und Dauer der Mitgliedschaft. Die Höhe der Genossenschaftsanteile spielt dagegen keine Rolle.

Kann ich mir eine Wohnung bei MARO leisten?

Die Finanzierung und Nutzung unserer genossenschaftlichen Wohnungen erfordert langfristig einen deutlich geringeren Kapitalaufwand als der Erwerb einer klassischen Eigentumswohnung oder das Wohnen zur Miete. Dennoch müssen die Mitglieder der Genossenschaft in der Anfangsphase einen gewissen Kapitalaufwand leisten – sog. wohnungsbezogene Pflichtanteile, um den Grundstückserwerb und den Bau der Wohnungen zu finanzieren. Sollte Ihnen die Finanzierung dieser Anteile aus Eigenmittel nicht möglich sein, so gibt es entsprechende Förderdarlehen der KfW-Bank.

Die folgende Beispielrechnung* zeigt, wie die Kosten für das Wohnen in einem nachbarschaftlichen Wohnprojekt strukturiert sind:

2-Zimmer-Wohnung mit 50 qm

Wohnungsbezogene Pflichtanteile bei Einzug in die Wohnung

500€ / qm Wohnfläche = 25.000 € (fällig in Teilraten gemäß Baufortschritt)

Monatliche Netto-Kaltmiete ca. 500 € / Nebenkosten: ca. 100 €

* Die tatsächlichen Kosten werden von den Mietpreisen am Projektstandort, von der Bauweise und vielen anderen Faktoren beeinflusst.

Manche Bewohner zeichnen über den Pflichtanteil hinaus weitere Genossenschaftsanteile (sogenannte freiwillige Anteile), da auf diese Weise ihre Mietkosten reduziert werden können. Die Genossenschaft bezahlt eine Dividende von bis zu 4% auf die freiwillig gezeichneten Genossenschaftsanteile und verrechnet diese auf Wunsch steuerfrei auf den Mietzins.

Beispiel für oben aufgeführte Wohnung

Mitglied zeichnet freiwillige Anteile, z.B.: 30.000 €

4% von 30.000 € / 12 Monate = 100 €

verbleibende Miete 500 € – 100 € = 400 € im Monat

Bei der MARO Genossenschaft besteht zudem die Möglichkeit eine geförderte Wohnung zu beantragen. Gemäß dem EOF-Förderprogramm werden Mietzuschüsse vom Landratsamt gewährt. Abhängig von der individuellen Förderhöhe beträgt dann die Miete für die zuvor genannte Beispielwohnung:

50qm x 5,50€ = 275€ Eigenanteil in Förderstufe I bis 50qm x 7,50€ = 375€ Eigenanteil in Förderstufe III

Kann ich auch Mitglied werden ohne Geld anzulegen?

Selbstverständlich. Wir freuen uns über alle, die Mitglied bei unserer Genossenschaft werden wollen. Sei es, um die Verbundenheit mit unseren Zielen zu zeigen oder weil Sie vorsorgen indem Sie für sich oder ihre nahen Angehörigen einen Platz in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft sichern möchten – altersgerecht, zu stabilen Mietpreisen und mit Anschluss an eine sympathische Hausgemeinschaft.

Worin liegt der soziale Mehrwert Ihrer Projekte?

Wir schaffen lebenswerten und bezahlbaren Wohnraum für Jung und Alt in Verbindung mit einer regionalen Wertschöpfung. Was unsere ambulant betreuten Wohngemeinschaften betrifft: Hier geht es darum, Betreuungs- und /oder Pflegebedürftigen eine Alternative zum Pflegeheim zu bieten – mit dem Ziel, den Wandel hin zu einem menschlicheren und lebenswerteren Pflegesystem zu beschleunigen.

Warum haben Sie die Unternehmensform der Genossenschaft gewählt?

Die Qualität von Wohnprojekten hängt zu einem großen Teil davon ab, wem die Immobilie gehört. In der Genossenschaft ist jeder Bewohner Mieter und Eigentümer zugleich. Statt dem klassischen „Mieter gegen Vermieter“-Verhältnis ergibt sich in der Genossenschaft ein „Wir-Gefühl“ mit einem starken Bezug zu „unserem“ Haus. Das hält die Menschen zusammen und die Gemeinschaft lebendig.

Uns ist es wichtig, dass die Immobilie in der Hand derer ist, die den sozialen Mehrwert gemeinschaftlicher Wohnprojekte erkennen und aufrechterhalten. In einer Genossenschaft gelingt dies besonders gut, da jedes Mitglied – egal ob Mieter und/oder Anleger – auf der Mitgliederversammlung genau eine Stimme aber weitgehende Mitbestimmungsrechte hat. Unsere Mitglieder können so beispielsweise über die Verwendung des jährlichen Betriebsergebnisses abstimmen und erhalten darüber hinaus umfassende Einblicke in die Bilanz, den Lagebericht und den vollständigen Bericht des genossenschaftlichen Prüfungsverbandes.

Auf diese Weise vermeiden wir, dass ein einzelner Großinvestor die Geschicke des Projekts und damit der ganzen Hausgemeinschaft bestimmt, wie es bei den rendite-orientierten Immobilienprojekten schnell der Fall sein kann.

Genossenschaften erleben in Deutschland aufgrund ihrer Gemeinwohlorientierung und ihrer selbst tragenden Strukturen seit Jahren eine neue Blüte. Auch die MARO-Genossenschaft betrachtet sich als akkumulierenden Bestandshalter – d.h. Projekte bleiben dauerhaft im Bestand und werden nicht mit Ablauf der Finanzierung an Investoren veräußert.