Vorteile für Städte und Gemeinden


Wir von der Alzheimer-Gesellschaft Landkreis München Süd e.V. sehen in Demenz-Wohngemeinschaften
einen sehr wichtigen Versorgungsbaustein, der die Lebensqualität aller Beteiligten – Betroffene,
Angehörige und Pflegepersonal – spürbar verbessert.

Jürgen Hoerner, 1. Vorsitzender Alzheimer-Gesellschaft Landkreis München e.V.

Wie können wir für Jung und Alt attraktiv bleiben? Eine Frage, die Kommunen und Städte vor immer größere Herausforderungen stellt. Nachbarschaftliche Wohnformen können einen maßgeblichen Beitrag zur Bewahrung einer lebenswerten Ortskultur spielen – wie man an den Praxisbeispielen aus Bayern und anderen Bundesländern sehen kann.

Deshalb stellen diese neuen Wohnformen neben Pflegeheimen und dem Betreuten Wohnen einen zentralen Baustein in der Standortentwicklung vieler Kommunen dar.

Was nachbarschaftliches Wohnen für Ihre Kommune bewirken kann

Die Generation 65+ definiert „Alter“ ganz anders als ihre Eltern und Großeltern. Sie wünscht sich bis ins hohe Alter einen vielseitigen, aktiven Lebensstil und möchte Teil des Ortslebens bleiben. Etwa 30% der Senioren ziehen zu diesem Zeitpunkt noch einmal um, damit sie im Alter möglichst selbständig leben können und für eine spätere Betreuungs- und Pflegesituation vorsorgen (Studie des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung von 2011).

Mit nachbarschaftlichen Wohnprojekten bieten Kommunen eine überzeugende Antwort auf den veränderten Wohnbedarf bei älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern. So halten Sie die Menschen im Ort, ohne das nächste „Betreute Wohnen“ mit seinen hohen Anforderung an Mindestgrößen anzusiedeln.

Nachbarschaftliches Wohnen bietet Kommunen:

  • Überzeugendes Angebot für Bürgerinnen und Bürger
  • Integration von Alleinstehenden, Älteren und Behinderten in den Ort
  • attraktiven, auf Dauer bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum
  • eine gute „nachträgliche Verdichtung“ und Umwandlung bestehender Immobilien
  • eine Aufwertung der Ortsstruktur und hohe Beachtung in der Öffentlichkeit

Geringe Mindestgrößen, da Wohnprojekte bereits ab 15 Wohnungen funktionsfähig sind

Was Pflege- und Demenz-WGs für Kommunen bewirken

Allein in Bayern werden im Jahr 2020 rund zwei Millionen Menschen seniorengerechten Wohnraum benötigen, darunter mehr als 230.000 Bürgerinnen und Bürger mit Demenz. Wegen der hohen psychischen und organisatorischen Belastung ist es vielen Familien nicht möglich, ihre Angehörigen zu Hause zu pflegen. Gleichzeitig können sich viele Pflegebedürftige ein Leben im Heim nicht vorstellen oder eine Residenz im Betreuten Wohnen finanzieren.

Demenz- und Pflege-WGs sind lebenswerte Alternativen zu diesen Betreuungsformen – Alternativen, die älteren Menschen bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben ermöglichen. Viele der Bewohnerinnen und Bewohner können in ihrem angestammten Wohnumfeld bleiben und profitieren von der zentralen Ortslage der WGs.

Auch für Anwohner und Besucher haben WGs Vorteile, denn sie fügen sich besser in Wohngegenden ein als klassische Heimbetriebe: Die Räume und der Tagesablauf sind einem gewöhnlichen Familienalltag nachempfunden, pflegerische Abläufe treten so weit wie möglich in den Hintergrund.

Was ambulant betreute Wohngemeinschaften darüber hinaus auszeichnet:

  • Kleinteiliges Angebot, bereits mit 9 bis 12 Plätzen wirtschaftlich
  • WG kann auf Krankheitsbilder optimal ausgerichtet werden (z.B. Demenz)
  • Prävention: alltägliche Kompetenzen werden erhalten
  • Vermeidung oder mindestens Reduzierung von Psychopharmaka
  • Vermeidung von Überforderung der pflegenden Angehörigen
  • Vermeidung von„Burn-Out“-Symptomen beim Pflegepersonal
  • Bei Demenz: Verhaltensauffälligkeiten treten wesentlich seltener auf als in Pflegeheimen
  • Hohe Qualitätsstandards - geregelt im Bayerischen Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoQG)
  • Von der Regierung als Zukunftsmodell ausdrücklich gefördert.

Gemeinsam für den Strukturwandel in Wohnen und Pflege

Unsere Gespräche mit Kommunen, Bürgern, sozialen Verbänden und Initiativen zeigen: Das Bewusstsein für die demografische Veränderung unserer Gesellschaft und der damit verbundene Handlungsdruck ist groß. In praktisch jeder Familie gibt es ein Mitglied, das für sich oder für einen Angehörigen nach lebenswerten Wohnmöglichkeiten im Alter sucht.

Gleichzeitig ist die Bereitschaft in diesen Familien hoch, Probleme im eigenen Umfeld und in der Region durch bürgerschaftliches Engagement zu lösen – ein Trend, von dem die zahlreichen Energiegenossenschaften in Bayern ein lebhaftes Zeugnis geben.

Ein guter Zeitpunkt für Kommunen, dem demografischen Wandel auf dem Feld der gemeinschaftlichen Wohnformen zu begegnen und den Rahmen für neue Wohn- und Pflegeformen zu schaffen. Der Aufbau von Pflege- und Demenz-WGs kann auf vielfältige Weise zu dieser Entwicklung beitragen:

  • Die geleistete Selbsthilfe entlastet die kommunalen Hilfesysteme.
  • Aktives Mitgestalten des demografischen Wandels und Sichern der Zukunftsfähigkeit Ihrer Gemeinde
  • Stärkung der Gemeinde als Wirtschaftsstandort mit einer hohen Attraktivität für Dienstleistungsbetriebe
  • Imagebildung aus dem Blickwinkel der Betroffenen und der Öffentlichkeit, der Medien und Förderstellen
  • Schaffung einer Alleinstellung Ihrer Kommune bei der Lebensqualität im Alter

Wie MARO Kommunen unterstützt

MARO ist ein Pionier für den Aufbau von gemeinschaftlichen Wohnprojekten im ländlichen Raum. Wir schaffen Alternativen zu investorengetriebenen Wohnmodellen und großen Heimbetrieben und fördern damit einen intelligenten Mix an Wohn- und Pflegeoptionen. MARO handelt als Partner von Kommunen, Vereinen und bürgerschaftlichen Initiativen, die gemeinschaftliche Wohnprojekte planvoll und systematisch umsetzen möchten.

Auf diese MARO-Leistungen können Sie bauen:

  • Ausarbeiten des Konzepts für den jeweiligen Standort
  • Auswahl des Grundstücks und Vorbereitung eines geeigneten Bebauungsplanes
  • Projektierung und Bauausführung
  • Finanzierung im Genossenschaftsmodell
  • Begleitung beim Aufbau der Gemeinschaft – während der Bauphase und laufend nach dem Einzug
  • Darüber hinaus beraten wir Kommunen in Fragen zu den neuen, seniorengerechten Wohnformen.