Projekt-Rundgang in Wolfratshausen

Wo kamen eigentlich die hübschen Lämpchen her?

von Jutta Baltes, 22.02.2024

3000 solcher Lämpchen fand MARO unter dem Dach des Alten Krankenhauses

Beim Rundgang der MARO durch das Projekt in Wolfratshausen standen sie auf einem Tisch und durften mitgenommen werden. Was hat es eigentlich mit ihnen auf sich?

Die Öllämpchen aus Ton mit dem gebogenen Griff stammen aus dem denkmalgeschützten Alten Krankenhaus und waren ein Zufallsfund. Bei der Restaurierung fand man sie auf dem Speicher, gelagert zwischen Boden und Dachsparren. Sie schlummerten im Dunkeln, irgendwann aussortiert, weil sie nicht mehr gebraucht wurden.

Und es waren viele: Ungefähr 3000 Stück! Natürlich werden sie weiterhin aufgehoben, in Waschkörben unter dem Dach. Beim Tag des offenen Denkmals im Herbst 2022 hatten sie schon einmal einen großen Auftritt: Da wurden sie vom heutigen Vorsitzenden des Historischen Vereins Wolfratshausen Ludwig „Wiggerl“ Gollwitzer für einen gute Zweck versteigert.

Ursprünglich beleuchteten sie wohl tatsächlich die Kranken- und Nebenzimmer, die ehemalige Kapelle und den Aufbewahrungsraum für die Verstorbenen. Die Lämpchen sind so geformt, dass die Schwestern, die für die Pflege der Kranken verantwortlich waren, sie leicht herumtragen konnten – so wanderten sie treppauf und treppab und von Zimmer zu Zimmer. Aber aufgehängt werden konnten sie wohl auch. 

Nun also durften sie beim Rundgang durch das nahezu fertige Projekt wieder ans Licht. Und jeder, der wollte, durfte eins der bereit gestellten Lämpchen mit nach Hause nehmen. Haussprecherin Elisabeth Gramüller half mit Bedienungstipps und wachte über Lämpchen und Spendenbox, die ebenfalls bereit stand. Denn wer wollte, durfte dort einen kleinen Betrag nach Wahl einwerfen, der in die Hauskasse der Hausgemeinschaft gewandert ist. Verwendungszweck? Genau stehe das noch fest, sagt die Haussprecherin, schließlich gehe es im Haus demokratisch zu: Die Hausgemeinschaft werde noch darüber abstimmen.

Und die Lämpchen? „Sie brennen heute noch“, sagt Elisabeth Gramüller, „man braucht nur Salatöl dazu“. Ein Teil der Tonlämpchen ist übrigens im Projekt verewigt: Sie wurden in die Mauer eingelassen, die den Innenhof des Projekts zur stark befahrenen Sauerlacher Straße hin abschirmt. Genau hinsehen lohnt sich!

Bild oben: So wurden sie gefunden – zum Teil kaputt, verstaubt und vergessen unter dem Dach. Insgesamt hat MARO etwa 3ooo Stück geborgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert