Ganztägiges Vernetzungstreffen in Seefeld

Im Mittelpunkt stand das Gespräch

von Jutta Baltes, 26.10.2023

Gespräche, Gespräche, Gespräche – in den Workshops und den großzügig bemessenen Pausen gab es für Austausch genügend Gelegenheit

So genannte „Vernetzungstreffen“ – also Veranstaltungen, die die einzelnen Hausgemeinschaften in den Wohnprojekten der MARO zusammenbringen sollen, gab es auch in der Vergangenheit schon. Doch dieses Mal wollte Gertrud Banholzer, die bei MARO für den Bereich „soziale Innovation und Aktivismus“ zuständig ist, etwas Besonderes auf die Beine stellen. Zu Beginn der ganztägigen Veranstaltung gab der Vortrag der renommierten Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Doris Rosenkranz wichtige erste Impulse. Den Tag füllten anschließend vier Workshops und vor allem: Viele Pausen für persönliche Gespräche.

Fast 40 Bewohnerinnen und Bewohner folgten der Einladung. Sie kamen aus den Projekten Weilheim, Windach, Penzberg, Unterwössen, Prien, Seefeld, Karlsfeld, Unterhaching und Buch am Erlbach, auch eine ganze Gruppe aus künftigen Bewohner*innen in Wolfratshausen hatte sich auf den Weg nach Seefeld gemacht. 

„Ich bin überzeugt davon, dass das Konzept der MARO wegweisend ist“, betonte Doris Rosenkranz in ihrem Vortrag, mit dem die Veranstaltung startete. Die Professorin ist unter anderem Mitglied des Ethikrates der Bayerischen Staatsregierung, forscht an der TH Nürnberg zu den Bereichen Bürgerschaftliches Engagement, Freiwilligenmanagement, Daseinsvorsorge, Seniorengenossenschaften und Nachbarschaftshilfe, und sie hat etliche Veröffentlichung zu diesen Themen publiziert. Ihr Kontakt zur MARO hat eine längere Geschichte: Schon vor der Gründung der Genossenschaft lernte sie Martin Okrslar und seine Idee kennen. 

In den vier Workshops sollten die Teilnehmenden sich in wechselnden Gruppenzusammensetzungen darüber austauschen, welche Aktivitäten sich in den Häusern bewährt haben, sich über Erfolgsfaktoren Gedanken machen, sich mit Problemen ihres Zusammenlebens befassen und auch der Frage nachgehen, welche Unterstützung die MARO Hausgemeinschaften konkret für eine weitere Stärkung der Gemeinschaft benötigen würden.

Natürlich wurden die Ergebnisse im Anschluss im Plenum präsentiert und Gertrud Banholzer betonte, es gelte nun, weiter daran zu arbeiten – auch innerhalb der MARO. Aber ebenso wollen sich verschiedene Arbeitsgemeinschaften mit den Themen weiter befassen. Denn: Es gibt die MARO Community, in der sich Menschen zu verschiedenen AGs zusammengefunden haben. Hier sind nicht nur Bewohner*innen aus den Projekten aktiv, sondern auch Mitglieder, denen die Weiterentwicklung der MARO einfach ein persönliches Anliegen ist.

Auch Vorstand Martin Okrslar nahm die Impulse des Tages mit, und Gertrud Banholzer brachte es auf den Punkt: „Es geht jetzt darum, die aufgeworfenen Fragen aufzunehmen, damit man die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens weiter entwickeln kann.“

Zum Abschuss des intensiven Tages stand noch eine Besichtigung auf dem Programm: Bewohnerinnen und Bewohner des MARO Mehrgenerationen-Wohnens in Seefeld gewährten den Besuchern Einblicke in das im November 2021 fertig gestellte Haus und in ihre Gemeinschaft. 

Übrigens: Die Seefelder Hausgemeinschaft sorgte auch für die Verpflegung der Teilnehmer*innen, und Jugendliche aus dem Haus halfen dabei fleißig mit. Das war, fand eine Besucherin, „Gemeinschaft ganz live und in echt“. 

V.re: MARO Vorstand Martin Okrslar, Gertud Banholzer und Prof. Doris Rosenkranz von der TH Nürnberg

Die Seefelder Hausgemeinschaft gewährte den Teilnehmenden des Treffens Einblicke in ihr Zuhause

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