Dietramszell

Waltraud Bauhof: Aufgeben gilt nicht!

von Jutta Baltes

Eine Gruppe von Männern und Frauen hält gemeinsam einen Bauplan ins Bild
Waltraud Bauhof (rechts) hat sich von Anfang an für das Projekt stark gemacht; ® MARO

„Die Leute in Dietramszell stehen alle hinter dem Projekt. Alle Vereine im Ort wollen sich einbringen und viele Firmen haben gespendet“.

Die Rede ist von den beiden Wohngemeinschaften im MARO Mehrgenerationen-Wohnen “Am Kreuzfeld“ in Dietramszell, und die Frau, die das sagt, weiß, wovon sie spricht. Denn ohne Waltraud Bauhof und „ihren“ Verein „Miteinander-Füreinander Sozialnetz Dietramszell e.V“ würde es die beiden Wohngemeinschaften in der Gemeinde vielleicht gar nicht geben. 

Schon seit 30 Jahren setzt sich die ehemalige Gemeinderätin dafür ein, dass im Ort eine Wohnmöglichkeit für pflegebedürftige Senior*innen geschaffen wird.

Menschen wollen im Ort bleiben

Sie habe in ihrer Funktion als Seniorenbeauftragte hinter die Türen sehr vieler Familien blicken dürfen und schnell erkannt, welche Belastungen damit verbunden sind, wenn  Angehörige zuhause gepflegt werden – und zwar für alle Beteiligten. Eine Fortbildung zum Thema Hauskrankenpflege, in der eine Pflege-Wohngemeinschaft vorgestellt wurde, zündete dann den Funken.

„Es ist mein Anliegen, die alten Leute, die den Fortschritt in der Gemeinde ja mit bewirkt haben, im Ort zu halten“, sagt die engagierte 80jährige. 2009 gründete sie den Verein „Miteinander – Füreinander“, dem sie zehn Jahre lang vorstand, und der auch ihr Anliegen Wirklichkeit werden lassen sollte.

Bis es soweit war, gingen ganz schön viel Zeit, verschiedene Ideen und Investoren ins Land.  Der Stein kam ins Rollen, als es Bürgermeisterin Leni Gröbmaier – bis zur Wahl 2020 im Amt -,  gelang, die MARO Genossenschaft ins Boot zu holen. MARO habe viel Engagement und jede Menge Erfahrung mitgebracht, sagt Waltraud Bauhof „Wir sahen wieder Licht am Horizont“.

Leider gab es in der Folge die schon bekannten Verzögerungen auf der Baustelle, Corona hielt danach die ganze Welt in Atem, so dass „alle schon fast glaubten, dass es nicht mehr wahr wird.“ 

Bei der Finanzierung halfen Dietramszeller Bürger*innen und Firmen

Fest im Konzept des Projekts verankert blieb der Plan, die beiden Gebäude mit einem Zwischenbau zu verbinden – eine Idee des Vereins. Denn hier hat „Miteinander-Füreinander nun einen eigenen Raum für Veranstaltungen aller Art. „Die MARO ist auf alle unsere Wünsche eigegangen“, freut sich die aktive Rentnerin.

Für die Finanzierung – beispielsweise der Kücheneinrichtung zur Bewirtung bei Veranstaltungen – haben viele Firmen und Privatleute im Ort fleißig gespendet. 

Anfang Februar 2021 wurde es dann endlich doch wahr: Die acht Wohnungen des Mehrgenerationen-Wohnens wurden bezogen, in der Demenz-Wohngemeinschaft leben seit Kurzem acht Bewohner*innen, ein Zimmer ist noch frei. Für die Pflege-Wohngemeinschaft gilt: Der Startschuss soll Mitte 2021 fallen. 

In Dietramszell wollen sich nicht nur die Vereinskolleg*innen von Waltraud Bauhof für alle Bewohner und Bewohnerinnen der Wohngemeinschaften ins Zeug legen: In praktisch allen Vereinen im Ort liegen dafür konkrete Pläne in der Schublade. Der Musikverein etwa will Hausmusik bieten, im Trachtenverein denkt man an Proben zum Zuschauen, der Gartenbauverein möchte bei der Außengestaltung helfen, Theateraufführungen oder Fahrdienste und Betreuung während der Dietramszeller Feste sind auch geplant: Genau das wollte Waltraud mit ihrer Idee bewirken: „Das entspricht ganz dem Motto: Miteinander – Füreinander“.  

 

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